NRW-Gesundheitscampus entsteht im Ruhrgebiet

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Gesundheitsminister Laumann: „Neuer Campus soll Stärken der Gesundheitswirtschaft bündeln und fördern" (Foto: mags)Gesundheitsminister Laumann: „Neuer Campus soll Stärken der Gesundheitswirtschaft bündeln und fördern" (Foto: mags)

Düsseldorf/Ruhrgebiet (idr/dieRuhr). Das NRW-Landeskabinett hat die Gründung eines "Gesundheitscampus Nordrhein-Westfalen" beschlossen, der im Ruhrgebiet errichtet werden soll. Die Entscheidung über den genauen Standort fällt nach der Sommerpause.

Der Gesundheitscampus soll die Kräfte in der Gesundheitswirtschaft bündeln. Er umfasst mehrere Komponenten, u.a. das neue Kompetenzzentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen. Dieses soll Leitprojekte entwickeln, Impulse für die Versorgungsforschung setzen und die Vermarktung unterstützen.
Ebenfalls zum Campus gehören die bundesweit erste Fachhochschule für Gesundheitsberufe in staatlicher Trägerschaft und ein Europäisches Proteinforschungszentrum. Außerdem geplant ist eine weitere Einrichtung der medizinischen Grundlagenforschung. Das Landesinstitut für Gesundheit und Arbeit soll ebenso auf den Gesundheitscampus verlagert werden wie das Zentrum für Telematik im Gesundheitswesen und das Epidemiologische Krebsregister.
Nach den bisherigen Planungen werden am Campus etwa 500 Arbeitsplätze mit einem Budgetvolumen von rund 75 Millionen Euro geschaffen.

Wir dokumentieren nachfolgend die Presseerklärung:

Landeskabinett beschließt Errichtung eines Gesundheitscampus im Ruhrgebiet (Düsseldorf, 20.06.2008)

Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen teilt mit:

Das Landeskabinett hat die Gründung eines „Gesundheitscampus Nordrhein-Westfalen“ beschlossen. „Mit dem Gesundheitscampus bündeln wir unsere Kräfte in der Gesundheitswirtschaft und machen unsere Anstrengung auch nach außen sichtbar“, sagte der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann heute (20. Juni) in Düsseldorf. Der Gesundheitscampus soll zugleich ein Beitrag zu einem zukünftigen Netzwerk europäischer Gesundheits- und Technologieinstitute sein.

Der Campus wird im Ruhrgebiet errichtet, über den Standort soll nach der Sommerpause entschieden werden. Nach den bisherigen Planungen wird der Campus etwa 500 Arbeitsplätze mit einem Budgetvolumen von rund 75 Millionen Euro beherbergen. Darin sind Landesmittel von über 50 Millionen Euro enthalten.
Minister Laumann: „Die Entscheidung für das Ruhrgebiet unterstreicht die Kompetenz der Gesundheitsregion Ruhrgebiet. Gleichzeitig setzt die Landesregierung ein entschlossenes Signal für einen weiteren, zukunftsfähigen Strukturwandel im Ruhrgebiet.“
Mit dem Gesundheitscampus nehme sich die Landesregierung die amerikanischen National Institutes of Health zum Beispiel, ohne diese zu kopieren, so der Minister weiter: „Wir sind heute eine führende Gesundheitsregion in Deutschland. Wir wollen eine führende Gesundheitsregion in Europa werden. Und wir wollen international mit den Besten mithalten.“

Eine der zentralen Säulen des Gesundheitscampus wird das neue Kompetenzzentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen sein. Das Zentrum soll den landesweiten Dialog mit den Exzellenzen ausbauen, Leitprojekte entwickeln, zusätzliche Impulse für die Versorgungsforschung setzen und die Vermarktung und internationale Präsenz des nordrhein-westfälischen Gesundheitswesens unterstützen. Das Kompetenzzentrum wird schrittweise bis 2011 auf 42 Stellen ausgebaut.

Ebenfalls auf dem Campus wird die bundesweit erste Fachhochschule für Gesundheitsberufe in staatlicher Trägerschaft mit 1.000 Studienplätzen entstehen. Damit treibt Nordrhein-Westfalen die weitere Professionali¬sierung der nichtärztlichen Heilberufe in Ausbildung und Forschung voran.
„Ein neues Europäisches Proteinforschungszentrum PURE (Protein research Unit Ruhr within Europe) soll die großen Chancen der Proteinforschung bei der Frühdiagnose und der molekularen Therapie ausschöpfen“, erläuterte Gesundheitsstaatssekretär Prof. Dr. Stefan Winter. Das Konzept wird unter Federführung des Forschungsministeriums bis zum Jahresende konkretisiert und für die abschließende Entscheidung extern bewertet. Hinzukommen soll nach Möglichkeit eine weitere Einrichtung der medizinischen Grundlagenforschung, zum Beispiel auf dem Feld der Stammzellforschung.
Das bislang auf Standorte in Bielefeld, Münster und Düsseldorf verteilte Landesinstitut für Gesundheit und Arbeit wird auf den Gesundheitscampus verlagert. Ebenso beispielsweise das Zentrum für Telematik im Gesundheitswesen und das Epidemiologische Krebsregister – wenn die jeweiligen Gesellschafter zustimmen. Mit der Konzentration und dem weiteren Ausbau der telematischen und telemedizinischen Kompetenz auf dem Gesundheitscampus bieten Nordrhein-Westfalen den Ländern einen idealen Rahmen für die Ansiedlung des Elektronischen Beruferegisters für Gesundheitsberufe (eGBR). Die Entscheidung über den Sitz dieser von den Ländern gemeinsam zu schaffenden Einrichtung wird alsbald fallen. Sie soll die elektronischen Berufsausweise im Rahmen der entstehenden Telematik-Infrastruktur für bis zu 1,7 Millionen Beschäftigte im Gesundheitswesen herausgeben.